Turnen


Inhalt

1. Geschichte

2. Ausstattung

3. Zu schaffende Vorraussetzungen

   3.1 Erwärmen

   3.2 Dehnen

4. Elemente

   4.1 Gymnastische - Elemente

   4.2 Schritte / Beinstellungen / -haltungen (Beispielhaft)

   4.3 Sprünge (Beispielhaft)

   4.4 Rollen

   4.5 Akrobatik

Quellen
 
 
 
 
 
 
 
 
Das Bodenturnen in Wettkampfform gibt es erst seit ca. 1930. Es wurde damals zum ersten Mal an der Weltmeisterschaft in Luxemburg bestehen aus Pflicht und Kür ins Wettkampfprogramm aufgenommen.
Entwickelt hatte es sich aus den damals weit verbreiteten Freiübungen, die überwiegend von Adolf Spiess (1810-1858) und Justus Carl Lion (1829-1901) in Deutschland entwickelt wurden, den Leibesübungen von “Turnvater“ Jahn (1778 – 1811) ebenfalls aus Deutschland ,den akrobatischen Ideen von Archange Tuccaro (1536-1616) Italien  und den Kunststücken der Gaukler und Zirkusleute. [1]
 
Heute versteht man unter Bodenkür das Turnen von Akrobatischen Reihen, Verbindungsteilen und gymnastischen Elementen so wie einem Gleichgewichtselement mit musikalischer Begleitung. Eine solche Kür darf zwischen 50 und 70 Sekunden dauern.
 
 
 
 
 
Anfänglich wurde einfach auf dem Rasen geturnt. Später entwickelte man spezielle federnde Bodenmatten. Üblicherweise wird auf Matten von 12 x 12 Meter geturnt, in den meisten Hallen sind allerdings nur 12 Meter lange und 1,20 Meter breite Matten vorhanden.
Im Leistungsbereich wird heute auf so genannten Tumbingbahnen geturnt. Sie bestehen aus speziellen Sperrholzplatten, Schaumstoffunterlagen und einer darüber liegendem Belag.
 
Als zulässige Bekleidung gelten, die im Allgemeinen als Turnschläppchen bezeichneten Kunstturnschuhe und der Turnanzug sowie Haargummis und Spangen. Was nicht erwünscht ist, ist Unterwäsche die sich durchdrückt oder hervorrutscht.
 
Der Turnanzug kann heute langarm, kurzarm oder sogar ärmellos sein. Der Ausschnitt ist ebenfalls von Kragen bis V-Ausschnitt freigestellt. Was allerdings immer noch vorgeschrieben ist, ist der Beinausschnitt der eine gewisse Höhe haben muss.
 
 
 
 
Bodenturnen ist ein Wechselspiel aus Beweglichkeit, Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Technik. Ausdauer spielt hier auf Grund der kurzen Durchführungszeiten kaum eine  Rolle.
Um dies zu erreichen ist es  notwendig sich vorher Aufzuwärmen und zu Dehnen und zwar in einem solchen Maß wie es für die vorgesehenen Übungen notwendig ist.
Das bedeutet z.B., dass man vor dem Ausüben von Bogengängen keine Bauchmuskel-Übungen macht, da diese sonst zu gespannt für das Ausüben des Elementes wären.
 
 
 
 
Das Aufwärmen ist eine optimale physische und psychische Vorbereitung auf das Turnen.
-          Einstimmung auf das was kommt und zum Abschalten was zuvor war
-          Aktivierung des Herz-Kreislaufsystems (bessere Versorgung der Muskulatur mit Sauerstoff)
-          Erhöhung der des Stoffwechselaktivität (als Folge steigt die Körpertemperatur)
-          Anregung des Stoffwechsels innerhalb der Sehnen und Muskeln (die Gleitfähigkeit der einzelnen Anteile einer Sehne bwz. eines Muskels wird erhöht. Die Dehnfähigkeit verbessert sich, die Verletzungsgefahr wird Reduziert.)
-          Sensibilisierung der Kontrollorgane in Sehnen und Muskeln (ein erweitertes Bewegungsausmaß wird zugelassen, ohne dass eine Gegenkontraktion ausgelöst wird)
-          Verbesserung von Verschaltungsprozessen der Nerven (schnellere Informationsweiterleitung an den Synapsen)
-          Mentale Vorbereitung auf die Stunde
-          psychische Einstimmung
 
 
 
 
Das Dehnen dient zur Verbesserung der Beweglichkeit. (Beweglichkeit ist die Fähigkeit, Bewegungen mit großer bzw. optimaler Schwingungsweite der Gelenke ausführen zu können)
-          die Verbesserung der Beweglichkeit, das Erreichen des optimalen Gelenkwinkels
-          die Optimierung der qualitativen und quantitativen Bewegungsausführung
-          die Förderung der Bewegungssicherheit
-          die Verbesserung der Elastizität der Muskeln, Sehen, Bänder und Gelenkkapseln
-          die Verbesserung der Entspannungsfähigkeit des Muskels
-          das Lösen von Verhärtungen und Verklebungen im Gewebe
 
 
 
 
 
Standwaage:
 
Bei einer Standwaage steht man auf einem Bein, bei der das andere gestreckt im 90°-Winkel oder höher nach hinten zeigt. Die Arme können beliebig ausgestreckt werden. Diese Haltung muss meistens 3-5 Sekunden gehalten werden.
 
 
 
Spagat :
 
Der Spagat ist eine Übung, bei der man die Beine so weit spreizt, dass sie eine gerade Linie bilden. Es gibt drei Arten von Spagat
-          zwei Formen von Längsspagat d. h. mit dem linken oder rechten Bein nach vorn und dem jeweils anderen nach hinten zeigend
-          sowie den Seit- oder Querspagat (Männerspagat), bei dem beide Beine quer zur Seite ausgestreckt sind.
Jede der drei Formen kann am Boden, im Stehen oder im Handstand ausgeführt werden. Die Beine können dabei entweder passiv gespreizt sein, z. B. durch einen Trainer oder das eigene Körpergewicht, oder aber aktiv, aus eigener Kraft der Beinmuskulatur heraus.
 
 
Bogengang :
 
Der Bogengang stellt eine 360°-Drehung des Körpers um die eigene Achse dar, die vom Verlauf her am ehesten so zu beschreiben ist:
  1. Brücke aus dem Stand
  2. Handstand
  3. Spreizung der Beine nach vorne und hinten
  4. Aufsetzen des rückwärtig gespreizten Beins auf dem Boden, dabei wird der Rücken ins Hohlkreuz gedrückt und die Schultern zur Unterstützung stark gedehnt.
  5. der Schwung des zweiten Beins macht eine Aufrichtung des Körpers wieder möglich.

 

 

 
 
Relevé:
 
(frz.: relever= “aufrichten“, „erheben“ bzw. „erhöhen“) Im Turnen wird mit „relevé“ zum Ausdruck gebracht, dass sich eine Turnerin auf Einem oder beiden Beinen stehend in den hohen Ballenstand zieht.
 
 
 
Plié:
 
(frz.: Kniebeuge) Beim „Plié“ geht der Körper aufgerichtet hinunter, die Knie werden gebeugt und schieben sich zu den Zehen.
Wird in der Übungsausschreibung von „Plié“ geschrieben, ist damit ein „demi Plié“, d.h. eine halbe Kniebeuge gemeint. Im Turnen wird mit „Plié“ z.B. als die vorbereitende halbe Kniebeuge vor einem gymnastischen Sprung bezeichnet, auch sollte eine Landung über einen „demié Plié“ aufgefangen werden.
 
 
 
Coupé:
 
(=Abkürzung aus dem Frz. für <Sur le> Cou-de-pied) Der Begriff kommt aus dem Französischen und wird mit „(über dem) Fußhalz bzw –knöchel“ übersetzt.
Im Turnen kann dieser Begriff vereinfacht als das Anlegen der Spielbeinfußspitze an den Füßknöchel des Standbeines beschrieben werden.
 
 
 
Passé:
 
(frz.: passer = vorbeiführen, passieren) Die Fußspitze des Spielbeines wird am Knie des Standbeines angelegt. Das Knie des Spielbeines befindet sich in auswärts gedrehter Haltung (180°), kann im Turnen aber auch mit Beinhebung nach vorne gezeigt werden, wenn dies so ausgeschrieben ist.
 
 
 
 
Chassé:
 
(frz.: chasser= (ver)jagen) Im Sinne von „ein-Bein-jagt-das-Andere“ wird Chassé als „Nachstellsprung“ im Turnen ausgeführt.
 
 
 
 



Aufhocken





Sprunghocke





Sprunggrätsche





 
 
Rolle
 
Unter Rolle versteht man aus der Hocke eine Abrollbewegung um die Querachse um 360° ausführend. Es existiert die Rolle vorwärts und rückwärts. Bei der Rolle vorwärts ist die Abrollbewegung also über Kopf, Rücken, Gesäß wieder auf die Füße.
Die Übung wird auch als Purzelbaum bezeichnet.
 
 
 
In der nächsten Stufe wird die Rolle eingesprungen, die so genannte Flugrolle.
 
 
 
 
 
 
Felgrolle / Rückwärtsrolle durch den Handstand
 
Diese beiden Rollen sind stark miteinander verwand. Bei der Felgrolle sind jedoch die Arme gestreckt. Man turnt die Felgrolle, indem man sich aus dem Stand wie bei einer normalen Rückwärtsrolle rückwärts auf den Boden rollen lässt. Dann kommt die Felg-Bewegung: Man klappt die Beine an den Körper heran und dann schwingt man sie schnell in die Luft. Dieses alles muss mit gestreckten Armen passieren. Wenn man die Arme krümmt, wird dieses Element nicht gewertet, bzw. mit der Rückwärtsrolle durch den Handstand bewertet.
 
 
 
 
 
Handstand
 
Beim Handstand werden die Hände etwa in Schulterbreite parallel auf den jeweiligen Untergrund gestellt. Die Arme sind durchgestreckt und befinden sich in direkter Linie unterhalb des Körpers, das ganze Körpergewicht lastet auf den Händen. Die durchgesteckten Beine und Füße verlängern die Körperachse nach oben. Neben dieser völlig gestreckten Form besteht die Möglichkeit verschiedene und auch mehrere Körperteile zu beugen.
 
 
 
 
 
Handstand abrollen
 
 
 
 
 
Handstandüberschlag / Handstützüberschlag vorwärts
 
Er entspricht einem vorwärts ausgeführten Flickflack. Es kann hierbei zwischen dem Strecksprung (Beine wie ein 'V' gespreizt)(=Schrittüberschlag) und Prallsprung (Füße und Beine zusammen) unterschieden werden. Wenn der Handstandüberschlag mehrfach hintereinander ausgeführt wird, wird er meistens, nach einem kurzen Anlauf, mit einem Strecksprung, der in der Haltung des Prallsprungs endet, begonnen und mit einem Prallsprung fortgeführt.
Beim Bodenturnen dient der Handstandüberschlag vielfach als Vorelement zu Schwierigkeiten wie vorwärts geturnten Salti, Schraubensalti und ähnlichen Elementen.
 
 
 
 
 
Das Rad
 
Er ist ein seitwärts ausgeführter Überschlag, wobei Hände und Füße in jeweils größerem Abstand auf einer gedachten oder existierenden Linie (z. B. Schwebebalken) aufsetzen.
Grundsätzliche Unterscheidung:
  • Dynamisch: Der Turner nimmt Anlauf und lässt sich seitwärts auf die eigenen ausgestreckten Hände fallen. Der Körper dreht sich dann bei ausgestreckten Beinen um die eigene Achse wie bei einem Salto, der zuvor genommene Schwung reicht aus, den Radschläger wieder auf die eigenen Füße zu katapultieren.
  • Statisch: Ohne Anlauf zunehmen, wird das Rad aus einem Ausfallschritt geturnt (dieser Schwung reicht aus).
 
 
Unterschiedliche Variationen in der Durchführung:
  • Bodenrad: Das Bodenrad wird seitlich begonnen und auch wieder beendet. Dieses Rad kann nur statisch geturnt werden. Es sollte sowohl rechts als auch links herum beherrscht werden.
 
  • Balkenrad: Das „Balkenrad“ wird gerade angeturnt, kurz über den Boden wird der Oberkörper gedreht und über den Handstand mit gespreizten Beinen die Bewegungsfolge abgeschlossen. Dieses Rad kann sowohl statisch als auch dynamisch geturnt werden und ist wohl die am meist geturnte Variante. Beendet werden kann es:
    •  in die Laufrichtung,
 
    • gegen die Laufrichtung
 
    • oder quer zur Laufrichtung.
 
    • Es kann auch mit einer Hand geturnt werden. Welche Hand man dafür nimmt ist nicht genau festgelegt.
 
    • Mit genügender Übung und Technik kann man es sogar ohne Hände turnen.
 
 
 
Rondat/Radwende
 
Anders als das Rad wird der Rondat / die Radwende eingesprungen und die Beine schließen sich an der höchsten Stelle. Auch werden die Hände nicht parallel auf den Boden aufgesetzt, sondern so, dass die Fingerspitzen einander zugewiesen sind (zumindest mit einer Hand, die andere bleibt wie beim Rad). Man kann dieses mit einem Dreieck vergleichen.
Der Unterschied zwischen Rondat und Radwende besteht hauptsächlich in der Landung. Beim Rondat nimmt man soviel Schwung, das man in einer Rücklage landet. So können weitere, rückwärts geturnte Elemente angehängt werden. Meistens wir der Rondat in Verbindung mit dem Flickflack geturnt.
 
 
 
 
 
Salto
 
Er ist ein freier Überschlag um die Breitenachse des Körpers.
Ausführung: Die Ausführung des Saltos ist recht simpel. Ein Anlauf, dann ein kleiner Hopser, um Schwung zu kriegen, und nun schleudert man seine Arme vor seinem Körper runter. Ist man kurz davor, senkrecht zu stehen, springt man ab. Man sollte die Beine möglichst weit anziehen und auch ein wenig auseinander drücken, damit man nicht mit dem Knie an die Nase stößt.
 
 
Salto vorwärts
 
 
 
 
 
 
Salto rückwärts
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Flickflack/Handstützüberschlag rückwärts
 
Er entspricht einem rückwärts ausgeführten Handstandüberschlag, der entweder aus dem Stand oder nach einem Rondat (Radwende) gesprungen wird. Ein Turner steht zunächst auf beiden Füßen (leicht im Knie) und springt von dort rückwärts in einen Handstand.
Der Flickflack wird oft auch mehrfach hintereinander ausgeführt, wobei sich der Turner dabei über mehrere Meter rückwärts bewegt.
 
 

 

 

Quellen:

[1] http://www.gymmedia.com/Anaheim03/appa/floor/history_fx_d.htm
[2] Grundlagenbuch Ausbildung 1.Lizenzstufe, Deutscher Turner-Bund, 2. geänderte Auflage, März 2005
[3] Grundlagenbuch Ausbildung 1.Lizenzstufe, Deutscher Turner-Bund, 2. geänderte Auflage, März 2005
[4] http://www.wikipedia.de (wenn nicht anders gekennzeichnet)
[5] Geräteturnen weiblich, Deutscher Turner - Bund, 2007

 Bildabfolgen : http://www.sportunterricht.de/ (geändert durch Zumkeller Melanie)

 

© Zumkeller Melanie

 

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